MASTERPLAN KÜSTENSICHERHEIT

Im Juni 2011 beschloss die flämische Regierung den Masterplan Küstensicherheit. Dieser setzt eine Reihe von Maßnahmen voraus, mittels derer unsere 67 Kilometer lange Küste gegen eine Jahrtausendsturmflut gesichert werden kann. Die Abteilung Küste hat noch im gleichen Jahr mit der Ausführung dieser Maßnahmen begonnen.

Im Masterplan wurden sämtliche Überflutungsrisiken festgelegt und alle Risikozonen benannt. Für jede einzelne Risikozone wurden geeignete Maßnahmen und mögliche Alternativen untersucht. Schwerpunkt ist hauptsächlich die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen, die eine sichere Küste bis zum Jahr 2050 garantieren. In diesem Zusammenhang wurde die erwartete Steigung des Meeresspiegels berücksichtigt.

Neben der Durchführung der darüber hinaus geplanten Maßnahmen ist es wichtig, die Erosion an der Küste sowie die Folgen von Stürmen sehr genau zu verfolgen. Zweimal im Jahr  wird im Auftrag der Abteilung KÜSTE der Strand mit einem Flugzeug überflogen, und alle drei Jahre auch alle Dünengebiete. Mit Hilfe der LiDAR Technologie (Light Detection And Ranging) werden Höhenkarten der Strände und Dünen erstellt. So kann bestimmt werden, wo es Erosion und Sedimentation gegeben hat, und das weitere Vorgehen wird festgelegt. Auch das Vorufer (der Unterwasserstrand) spielt eine Rolle in der Küstendynamik und wird daher ebenso kartographisch erfasst.

Die Abteilung Küste hält auch den gesamten Küstenschutz instand und sichert somit das vorausgesetzte Sicherheitsniveau. Sandergänzungen zur Instandhaltung zählen unter anderem dazu. Alle sechs Jahre findet eine Überprüfung des Küstenschutzes statt, zuletzt erfolgte sie im Jahre 2017. Hier erfahren Sie mehr zu dieser Überprüfung. 

Die Maßnahmen des Masterplans Küstensicherheit schützen uns nicht nur vor einer Jahrtausendsturmflut, sondern natürlich auch vor schwächeren Sturmfluten. Gegen Sturmfluten, die eine Jahrtausendsturmflut sogar noch übersteigen, ist unsere Küste nicht vollständig gefeit, die negativen Folgen würden durch die umgesetzten Maßnahmen jedoch weniger drastisch sein.

Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt?

Bei der Durchführung der Maßnahmen handhabt die Abteilung Küste das folgende Prinzip: „Sanft wo es möglich ist, hart wo es nötig ist“. Ziel der Sandergänzungen entlang unseren sandigen Küsten ist die Erhaltung einer sicheren und gleichzeitig attraktiven Küste.

Ergänzungen im Rahmen des Masterplans Küstensicherheit

In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie die im Masterplan Küstensicherheit definierten Risikozonen, sowie den aktuellen Stand bei der Durchführung sanfter Maßnahmen in der jeweiligen Zone. Die angezeigte Instandhaltung der Risikozonen schließt sowohl geplante Instandhaltung als auch Reparaturen schwerer Sturmschäden mit ein (z. B. den Nikolaus-Orkan von 2013 oder den Orkan „Dieter“ von 2017).

Zone Status
De Panne Centrum

Anlegen Sandergänzung: 2011

Instandhaltung: 2017

Sint-Idesbald - Koksijde Centrum

Anlegen Sandergänzung: 2011

Instandhaltung: 2017

Koksijde - Gilles Scottlaan Dünendurchgang erhöht und neu angelegt: 2013
Middelkerke - Westende

Anlegen Sandergänzung: 2013 - 2015

Instandhaltung: 2017

Oostende - Mariakerke & Raversijde

Anlegen Sandergänzung: 2014

Instandhaltung: 2018

Oostende Centrum

Anlegen Sandergänzung: 2013

Instandhaltung: 2018

Oostende - Oosteroever Anlegen Sandergänzung: 2014
De Haan - Wenduine

Anlegen Sandergänzung: 2012

Instandhaltung: 2014, 2016, 2017, 2018

Blankenberge Anlegen Sandergänzung: 2014 - 2015 + Verwendung des aus der Hafeneinfahrt gebaggerten Sandes
Knokke-Heist Einbehaltung für geplante Ergänzungen 2012, 2013, 2014, 2015 en 2017

Neben den geplanten Ergänzungen in Risikozonen wurden im Verlauf der Periode 2011-2018 andernorts an der Küste verschiedene kleinere Ergänzungen vorgenommen, sodass auch an diesen Stellen der robuste Küstenschutz erhalten geblieben ist. Zusätzlich führt die Abteilung Küste auch noch eine andere Art von Ergänzung durch: die Sandvorspülung. Im Oktober 2017 wurde eine solche Ergänzung in Nieuwpoort durchgeführt. Hier weiterlesen für mehr Informationen.

Sandauffüllungen sind sicher eine der am wenigsten umweltschädigenden Eingriffe im Rahmen des Küsten- und Überschwemmungsschutzes. Doch das Ökosystem wird trotzdem kurzzeitig durch das Aufbringen von großen Mengen Sand auf unseren Stränden angegriffen.

Um die möglichen Auswirkungen so gut wie möglich zu reduzieren und die Wiederherstellung der Meeresumwelt optimal zu fördern, hat die Abteilung KÜSTE Untersuchungen in Auftrag gegeben, wie Sandauffüllungen (oder Aufspritzen) so umweltfreundlich wie möglich durchgeführt werden können. Dabei wird vom sogenannten Ökosystemansatz ausgegangen, der vollständige und umfassende Erkenntnisse zur Strandökologie bringen soll.

Zusätzlich wird ein Überwachungsprogramm für große Projekte erstellt. Anhand einer T0-Überwachung (eine Untersuchung der Ökologie bevor menschliche Eingriffe erfolgt sind) und einer T1, T2, T3,…-Überwachung (in regelmäßigen Abständen nach den Arbeiten) kann man prüfen, wie die Umweltauswirkungen von großen Projekten direkt nach den Arbeiten aussehen und wie die Umwelt sich wieder erholt. Wenn nötig, und möglich, können die Arbeiten dann entsprechend angepasst werden. Noch wichtiger ist aber, dass die genommenen Proben und die Studien viele nützliche Informationen für mögliche zukünftige Projekte bieten und als Ausgangspunkt bei der Prüfung ihrer Umwelteffekte dienen.

Harter Küstenschutz

An manchen Stellen reicht der Küstenschutz nur mittels eines breiteren oder höheren Strandes nicht aus. Daher wurden an den betreffenden Stellen zusätzliche Maßnahmen ergriffen, wie zum Beispiel der Bau von Sturmschutzmauern, ein wellendämpfender Ausbau, ein breiterer Deich oder eine Sturmflutwehr.

2012:  In Ostende wurde die Albert I Promenade auf ihrer gesamten Länge verstärkt und mit einer vollständig demontierbaren mobilen Sturmschutzmauer ausgestattet. Nach der Erneuerung der Seedeichpromenade wurde ein Teil der historischen Bastion, der Zeeheldenplein auf der Höhe vom sog. Klein Strand komplett erneuert. Weiterlesen.

2014:

  • Am Oosteroever in Ostende wurde mit dem Bau von Sturmschutzmauern begonnen. Dieses Projekt wird in mehreren Phasen realisiert, wie auch die Errichtung weiterer Sturmschutzmauern rundum das Dockgelände. Weiterlesen.
  • Im September begann die Abteilung Küste mit dem Abtragen und der Neuerrichtung des Seedeichs in Wenduine. Der neue Deich ist strukturell stärker und an manchen Stellen drei bis zehn Meter breiter. Durch den Bau zweier Sturmschutzmauern auf dem Deich entsteht ein sog. „stilling wave basin“. Im Juni 2015 wurde dieses Projekt abgeschlossen. Weiterlesen

2016:

  • Im März begannen die Arbeiten an der Erweiterung des Naturschutzgebiets Het Zwin. Dieses sehr bekannte Schutzgebiet erhält weitere 120 Hektar Naturgebiet hinzu. Das Land wird von einem neuen Deich umgeben sein, der unser Küstengebiet sowie das Hinterland Westflanderns und Zeelands gegen Überflutungen von der Seeseite her sichern soll. Weiterlesen.  
  • Der Jachthafen von Blankenberge ist einer der Schwachpunkte entlang unserer Küstenlinie. Daher nahm die Abteilung Küste im September 2016 die Bauarbeiten rundum den Hafen in Angriff, um die Stadt zu schützen. In Kooperation mit der Stadt Blankenberge wird eine architektonisch ansprechende Sturmschutzmauer um den Hafen gelegt. In Kombination mit der Erneuerung der Umgebung des Jachthafens bekommt Blankenberge dadurch nicht nur einen sichereren, sondern auch einen stilvolleren und grüneren Hafen. Weiterlesen. 

2018: Die Abteilung Küste beginnt im Frühjahr mit dem Bau eines Sturmflutschutzes in der Hafeneinfahrt von Nieuwpoort. Diese Maßnahme dient dem Schutz der Stadt und des Hinterlandes vor Hochwasser bei schweren Stürmen. Die Bauarbeiten werden mehr als drei Jahre in Anspruch nehmen. Weiterlesen. 

Was bringt die Zukunft?

Auch in Zukunft setzt die Abteilung Küste die Arbeiten für eine sichere Küste fort. Die Vorbereitung nachfolgender Projekte ist in vollem Gang.

  • Mariakerke-Raversijde: Ende 2018 beginnt die Abteilung Küste mit der Durchführung von Maßnahmen gegen Überflutungen am Seedeich von Mariakerke bis nach Raversijde. In manchen Zonen wird eine Sturmschutzmauer errichtet, andernorts wird der Seedeich verbreitert. Darüber hinaus muss das Anlegen einer Dünenlandschaft im Vorfeld des Deichs die Probleme mit aufgewirbeltem Sand auf den Gleisen der Straßenbahn und auf der Küstenstraße beheben. Die Erneuerung in die Jahre gekommener Teile des Seedeichs wird den Bewohnern wie auch den Erholungssuchenden zugutekommen.
  • In Middelkerke ändert sich der Seedeich sehr weitreichend. Der komplette Seedeich wird neu angelegt und neu eingeteilt. Zwischen Deich und Strand werden in den Grünzonen erneut Dünen angelegt. Sie sollen bei extremen Wetterlagen als Puffer dienen. Dadurch reduziert sich die Errichtung harter Strukturen. Weiterlesen. 
  • Im Hafen von Zeebrügge wird von der Visartsluis bis zur New Yorklaan und von der Vandammesluis bis an den Zweedse Kaai eine Sturmschutzmauer errichtet. Parallel dazu wird in diesem Bereich auch der Fahrradweg erneuert. Der Beginn der Bauarbeiten wurde für das Jahr 2019 vorgesehen.
  • Eine Studie zur Überprüfung der Schleusen und Wehre entlang der Küste ist in Arbeit.