PRÜFUNG DER KÜSTENSICHERUNG

Ziel des Masterplans Küstensicherheit ist es, die flämische Küste und das Hinterland gegen die Auswirkungen einer statistisch alle 1000 Jahre vorkommenden Sturmflut zu schützen. Seit der Verabschiedung des Masterplans Küstensicherheit durch die flämische Regierung im Jahr 2011 führte die Abteilung Küste bereits verschiedene Schutzmaßnahmen an Seedeichen und in Dünengebieten entlang der Küste durch. Nach Möglichkeit hat man sich bewusst für Sandergänzungen an Stränden entschieden und die Strände somit höher und breiter gemacht. Hierdurch können Wellen gebrochen werden, die somit ihre Kraft verlieren, noch bevor sie die Seedeiche und dahinterliegendes bebautes Gebiet schädigen können.

Aufgrund des dynamischen Charakters unserer sandigen Küste sieht der Masterplan Küstensicherheit eine alle sechs Jahre stattfindende Einschätzung des Schutzniveaus vor, die sog. Überprüfung des Küstenschutzes. Es wird geprüft, ob alle 255 Küstensektionen die folgenden Sicherheitsnormen erfüllen:

  • Der Durchfluss an Seewasser an der Sicherheitslinie darf während des Scheitelpunkts der Sturmflut nicht über 1l/m/s liegen. Bei einem solchen Durchfluss ist die Stabilität der angrenzenden Gebäude nicht gefährdet.
  • Ein eventuelles Abspülen von Dünen während des Sturms darf sich nicht bis zum nächstgelegenen Wohngebiet erstrecken.
  • Das nach einem Sturm übrig gebliebene Dünenvolumen muss groß genug sein, um eine Bresche in den Dünengürtel unmöglich zu machen.
  • Die Oberfläche des Seedeichs muss auch während eines Sturms stabil bleiben, sodass ein Bruch des Seedeichs vermieden wird.           

Die zweite Überprüfung des Küstenschutzes wurde im Jahr 2017 abgeschlossen. Die Tests basieren auf den modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Berechnungsmethoden. Während der Studien wurde kontrolliert, ob die bereits in Angriff genommenen Zonen den Sicherheitsnormen noch immer genügen und wo Schutzmaßnahmen noch notwendig sind.

Ergebnis der Überprüfung

An den Stellen, an denen bereits Maßnahmen im Rahmen des Masterplans Küstensicherheit vorgenommen wurden, hat sich das Schutzniveau stark erhöht. Mancherorts sind jedoch noch Anpassungen notwendig, um das vorausgesetzte Sicherheitsniveau zu erreichen. Dies liegt daran, dass geplante Sicherungsmaßnahmen dort noch nicht komplett durchgeführt wurden oder dass der Strand noch Sandergänzungen zur Instandhaltung benötigt.

Im Bereich der Seedeiche und Dünen sind die nachfolgenden Maßnahmen bereits vollendet bzw. geplant:

  • Ostende Zentrum und Mariakerke: Sandergänzung zu Instandhaltungszwecken im Frühjahr 2018 durchgeführt.
  • Knokke-Heist: Sandergänzungen gemäß Masterplan Küstensicherheit für den Herbst 2018 vorgesehen
  • Ostende – Mariakerke – Raversijde: Bau der Sturmschutzmauer auf dem Seedeich – Baubeginn geplant für Ende 2018
  • Seedeich Middelkerke: Erneuerung Seedeich – Entwurfsstudie läuft