Strukturelles Vorgehen gegen Erosion am Strand von Wenduine und Versandung der Hafeneinfahrt Blankenberge

Im Jahr 2017 begann die Abteilung Küste eine Studie, auf deren Grundlage sowohl die Erosionsproblematik des Strandes von Wenduine als auch die Versandung der Hafeneinfahrt von Blankenberge strukturell angegangen werden sollte. Ein neuer und höherer Westdam in Blankenberge und ein oder mehrere Wellenbrecher in Wenduine werden als beste Lösungen ausgemacht.

Der Strand von Wenduine und auch die Hafeneinfahrt von Blankenberge benötigen intensive Instandhaltungsmaßnahmen. Um die nötige Sicherheit vor Sturmfluten bieten zu können, werden Sandergänzungen entlang der gesamten Küste vorgenommen. Auf der Höhe von Wenduine macht die Küste einen leichten Knick, weshalb dieser Bereich von stärkerer Erosion betroffen ist. Hier stellte sich das Strandprofil als ungenügend stabil heraus. Aus diesem Grund wurde es notwendig, zwecks Instandhaltung häufiger Ergänzungen vorzunehmen, um die Erosion nach mehreren Stürmen wieder auszugleichen. Die Probleme der Erosion in Wenduine verursachen außerdem einen erhöhten Sandtransport in Richtung Blankenberge.

Der Jachthafen von Blankenberge verfügt über eine kurze, schmale und zugleich flache Hafeneinfahrt nahe am Meer, die sehr schnell versandet. Regelmäßige Stürme führen zu einer schnellen Versandung der Hafeneinfahrt und verursachen gefährliche Situationen für Hobbyschiffer. Dies zieht die Erreichbarkeit des Jachthafens in Mitleidenschaft, das Ausbaggern selbst ebenso. Um dieses Problem nachhaltig für beide Orte lösen zu können, wurde im Jahr 2017 eine Untersuchung mehrerer Maßnahmen ins Leben gerufen.

Szenarien verschiedener Entwürfe wurden anhand numerischer Modellierung von Strömung, Welleneinwirkung und Morphologie untersucht. Darüber hinaus wurden Alternativen hinsichtlich ihrer Effektivität miteinander verglichen und untersucht, inwieweit die Sandablagerung in Blankenberge sowie die Erosion in Wenduine zurückgedrängt werden können. Kriterien der Studie sind die Erreichbarkeit für die Schifffahrt, die Sicherheit beim Schwimmen, der Küstenschutz, landschaftliche und erlebnisorientierte Aspekte, Kosteneffizienz sowie Auswirkungen auf die Umwelt.

Die Machbarkeitsanalyse der Studie ist inzwischen abgeschlossen und hat ergeben, dass es gute technische Lösungen gibt, die sich kurz- und mittelfristig amortisieren. In Wenduine besteht die Lösung im Bau eines Wellenbrechers östlich des bebauten Bereichs bzw. eines Wellenbrecherfeldes. Solche Wellenbrecher stabilisieren den Strand, lassen dadurch weniger Erosion zu, machen weniger Sandergänzungen aus Sicherheitsgründen notwendig und vermindern ebenso den Sandtransport in Richtung Blankenberge. Im Bereich von Blankenberge wurde der Bau eines höheren und längeren Westdams beschlossen. Dieser Damm kann das Abspülen des Sandes besser vermindern und somit auch die Versandung der Hafeneinfahrt stark reduzieren. Der neue Damm wird mindestens 150 Meter länger sein als der alte. Der sog. Oostdam mit seinem geschützten hölzernen Pfahlwerk bleibt bestehen.

Die Festlegung auf die beiden bevorzugten Alternativen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Durchführung der Maßnahmen. Die beteiligten Parteien stimmen sich auch weiterhin eng miteinander ab und sorgen dafür, dass der Entwurf im Detail geplant wird, die Nutzung des Strandes und die Zufahrt zum Jachthafen optimal ermöglicht wird und die Interaktion mit dem Pfahlwerk aus Beton am Westdam etc. gewährleistet bleibt. Parallel hierzu beginnen der technische Entwurf des Dammes und der Wellenbrecher, vorbereitende Bodenuntersuchungen und die Genehmigungsphase (Umweltverträglichkeitsstudie).